Töff, Töff...

Umbau anderer PIKO-Maschinen auf Akku-Betrieb und Funkfernsteuerung mit 2,4 GHz


Nach dem bedauernswerten Tod unseres begnadeten Ekeltronik- ... ähem Elektronikspezialisten Hannes stagnierte das Konzept der ferngesteuerten Fahrzeuge mit autarker Stromversorgug und selbst programmierten Sounds etwas, obgleich der Umbau meiner Ludmilla u.a. auf eine Soundsteuerung auf ARDUINO gewissermaßen sein Vermächtnis darstellt.

Sie ist hier zu hören. Bilder vom Umbau habe ich leider nicht - Hannes kam nicht mehr dazu.

Einige Mitstreiter kehrten wieder zu digital gesteuerten Loks zurück, was ich persönlich im Zeitalter leistungsstarker kleiner Akkus insbesondere mit LiFePO4 aber nicht mehr wollte. Vielleicht war es auch nur die eigene Bequemlichkeit, vor dem Fahren die Schienen reinigen zu müssen. Durch vergangene fruchtbare Gespräche mit Hannes und schließlich den Kontakt mit anderen Funktionsmodellbauern aus dem Auto-, Boots- und Flugbereich ließ mich erkennen, daß andere Mütter auch schöne Töchter haben.

Eine kleine Gegenüberstellung möge meine Entscheidung pro Funk und contra digital erläutern. Die verwendete Fernsteuerung mz-32 HoTT 32 Kanal von GRAUPNER gestattet mir die Speicherung von 999 Modellen. Sicher kein Thema - ich kenne niemand, der seinen Garten mit 1000 Loks oder Autos zupflastert - zeigt aber, welche Redundanz in diesem System steckt.

32 über Schalter steuerbare Kanäle (bei digital ist nach 28 über 10er Tastatur Ende der Fahnenstange) mit jeweils 3 Schaltmodi erlaubt eine Menge schaltbarer Funktionen, deren Beschränkung nur das eigene Erinnerungsvermögen oder die verfügbare Stromversorgung ist. Der Clou ist aber das Summensignal, worüber 64 digitale Schalter bedient werden können, die sogar in logischer Weise verknüpft werden können. Das Soundmodul - was so ganz nebenbei über einen leistungsfähigen Motorcontroler (30 A) das Modell steuert - von BEIER Electronic läßt neben den normalen Betriebsgeräuschen "nur" 30 selbst programmierte Zusatzgeräusche zu -> die Frage ist, wer beherrscht das noch?

Schaue ich dann noch kurz auf die Kosten (Stand Juni 2021), dann fiel mir die Entscheidung nicht schwer. Funke knapp 1000 Euro; bei Digitalbetrieb - Digitalzentrale + Labornetzteii (ohne Strom geht es nun mal nicht) + Funkhandregler und -empfänger von Massoth ca. 1300 Euronen. Dann noch die Kosten je Fahrzeug - bei meiner Geschichte muß ich den Akkupack (ca. 6000 mAh) + Soundfahrregler + Kleinteile mit ca. 350 Euro berücksichtigen, während bei Digitalbetrieb (wieder Massoth, obgleich es sicher bessere Sachen gibt) mit Spannungsreserve ca. 300 Euro fällig werden können.

So kann es dann z.B. im Tender einer BR 50 aussehen...

geschlossener Tender mit Soundfahrregler SFR-1 noch ohne Anschlüsse für Servos und Licht

Nun eine kurze Erklärung der wichtigsten Bestandteile

1 - herausnehmbares Akkupack (LiFePO4, 6000 mAh); 2 - Hauptschalter; 3 - Empfänger GR-32 HoTT2.4 GHz Dual 16 Kanal; 4 - Hauptsicherung 5 A; 5 - Soundfahrregler SFR-1; 6 - Spannungsregler; 7 - Lautsprecher FRS 7 von VISATON

Eingesetzter Akkupack

Kohleabdeckung

hier ist sie zu sehen und hören

auch Diesel läuft gut - V 180 offen

1 - Akkupack fest (NiMh 4200 mAh); 2 - Hauptschalter; 3 - Ladebuchse; 4 - Lautsprecher FRS 7 plus Schaltbrett; 5 - Soundfahrregler SFR-1; 6 - Hauptsicherung 5 A; 7 - Empfänger GR-32 HoTT2.4 GHz Dual 16 Kanal


Allerdings sind die empfindlichen Modelle auf ihren Reisen zu verschiedenen Ausstellungen allen möglichen Gefahren ausgesetzt - die Originalkartons hätten da schon längst ihren Geist aufgegeben. Es mußte also eine andere Lösung her, die einerseits leicht zu handhaben und andererseits stabil ist. Die Wahl fiel auf Aluminiumprofile und einer Menge Schrauben aus einem ganz gewöhnlichen Baumarkt.

Die E 94 in ihrem Transportgestell, was sich auch dank der klappbaren LGB-Aufgleishilfe als dankbare Möglichkeit des direkten Auffahrens auf das Gleis erweist und deshalb bei der Fahrwerkskonstruktion dieser Lok nicht ganz unerheblich ist.

Foto: Raimund Erhardt

Hier die BR 50 in ihrem Transportgestell (es fehlt auf diesem Foto noch die Aufgleishilfe). Dahinter das Gestell für die BR 118.
Gerade für die BR 50 erweist sich das Gestell als goldene Lösung, denn auf diese Weise werden die empfindlichen Anbauteile bzw. der Multifunktionsstecker zwischen Lok und Tender keinem überflüssigen Stress ausgesetzt.


Bei allen Glaubenskämpfen und Diskussionen um Pro und Contra - ich finde, es ist eine schlüssige und einfach nach zu vollziehende Lösung, die sich als Summe meiner Erfahrungen aus den letzten 10 Jahren akkumuliert.

In dem Sinne - noch viel Spaß mit dem gemeinsamen Hobby!


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